Mutation und Selektion 

Mutation und Selektion sind die wichtigsten Säulen im Theoriegebäude der Evolution. Mutationen sind zufällige Änderungen am Erbgut, die neue Merkmale an Lebewesen hervorrufen, Selektion sind Umwelteinflüsse, die die Individuen mit den neuen Merkmale begünstigen. Darüber hinaus spielen Begriffe wie Rekombinationnatürliche Merkmals-verschiedenheit zwischen Eltern und Kind und Gendriftmilde Form der Selektion, z.B. in Teilgruppen einer Population eine Rolle.

••  Obwohl es unter Tausenden bekannter Mutationen nicht eine gibt, die einen genetischen Informationsgewinn darstellt, wollen wir zum Zweck der Veranschaulichung hier annehmen, eine von hundert Mutationen sei positiv, sei ein Vorteil für den Träger, bringe einen Informationsgewinn für die genetische Ausstattung und stelle darüber hinaus ein fertiges, brauchbares phänotypisches Merkmal dar. Dann wäre es erkauft um den Preis von 100 Defektmutationen in der Population, 100 von nun an in der Population vererbten, geno-Der Genotyp bezeichnet den Ist-Zustand der Gene. Wir sind diploid (doppelte Genausstattung). Nicht alle Gene werden ausgeprägt. Trotzdem sind sie da. oder phänotypischenDer Phänotyp bezeichnet die sichtbaren Merkmale des Individuums. Welche Gene dahinter stecken (Genotyp), ob mischerbig, dominant oder rezessiv, kann man nur vermuten. Defektvarianten.

••  Jede weitere positive Merkmalsveränderung wäre ebenfalls erkauft um den Preis von 100 weiteren Defektvarianten in der Population. Die Anhäufung von positiven Merkmalen in wenigen Individuen brächte immer eine um den Faktor 100 größere Vernichtung von Genmaterial im Genpool mit sich. Betrachtet man die Population, dann verursachen Mutationen in der Summe ungeheure Genschäden: ein Verlust von genetischer Information im Genpool.

••  Selbst in dem scheinbar glücklichen Individuum, in dem eine positive Mutation manifest wird, sind, wenn weitere Mutationen auftreten, Defektmutationen im gleichen Verhältnis zu erwarten wie in der Gesamtpopulation: 100 Defekte sind der Preis für eine positive Mutation. Mutationen sind also unterm Strich – im Individuum und im Genpool – Mechanismen zur Genschädigung und zur Vernichtung von genetischer Information.

••  Nun könnte man ja die theoretische Situation erdenken, dass in einem Individuum durch einen ganz seltenen Zufall mehrere positive Mutationen auftauchen, aber überhaupt keine Defektmutationen. Die Defektmutationen, die in diesem Individuum ausgeblieben sind, sind, auf die Population gerechnet, selbstverständlich eingetreten, nur halt außerhalb des Individuums. Würde man nun dieses durch Zufall so hoch privilegierte Individuum, zusammen mit einem ebenso privilegierten Paarungspartner, von der Population isolieren (Selektion), dann hätte man vielleicht eine Basis für eine Population mit verbesserten Merkmalen, hätte vielleicht Evolution realisiert?

Nein, das hätte man nicht. Die Selektion ist eine Maßnahme, die den so hoch privilegierten Individuen die Defektrate von 100 zu 1 mit ins Gepäck gibt und sie werden sie an sich selbst und ihren Nachkommen erleben. Sie werden Gendefekte haben, für die es nun keine Hilfe durch Austausch mit dem Genpool gibt, denn es gibt den Genpool nicht mehr. Man kennt dieses Phänomen ansatzweise aus Familien, die Eheschließungen unter Verwandten praktiziert haben. Man kennt dieses Phänomen ebenfalls aus der Züchtung. Dort wählt man Individuen nach gewünschten Merkmalen aus, isoliert sie vom Genpool und schafft sich so neue Rassen. Die Rassen haben zwar die gewünschten Merkmale, sind aber genetisch verarmt und neigen darum zu Krankheit, sind teilweise gar nicht mehr überlebensfähig, außer wenn betreut durch die Menschen.

••  Die Evolutionslehre behauptet, der „Motor“ der Aufwärtsentwicklung seien Mutationen – zufällige Fehler in einem komplexen System. Warum sollten sich aus spontanen, zufälligen Änderungen am Erbgut, wenn sie nicht zu Beschädigungen oder zum Tod führen, eine Aufwärtsentwicklung ergeben? Könnte man nicht genausogut oder viel eher eine Abwärtsentwicklung erwarten? Die Selektion ist ja gewissermaßen blind und bevorzugt die Individuen, die besser überleben. Warum sollten das die genetisch komplexeren, höherentwickelten Arten sein?

••  Man könnte erwarten, dass wenn Mutation der „Motor“ einer biologischen Aufwärtsentwicklung ist und immer war, die Lebewesen diesen Motor begrüßen würden. Aber das tun sie nicht. Im Gegenteil: Es gibt Mutationen in großer Zahl in jedem Individuum, die meisten bei den normalen Vorgängen der Zellteilung (Mitose). Sie werden in allen Lebewesen unverzüglich durch hochentwickelte Reparaturmechanismen korrigiert. Nein, die Lebewesen wollen keine Mutation. Teleologisch gesprochen ist es widersinnig, dass sich die Mutation ein System schaffen würde, dass die Mutation verhindert.

••  Die aufwändigen und atemberaubend komplizierten Mechanismen zur Reparatur von zufällig auftretenden Mutationen, die man in den Zellen aller Lebewesen in Funktion findet, sind lebensnotwendig. Kein Lebewesen könnte sonst ein normales Lebensalter erreichen. Die systematisch und mit höchster Raffinesse betriebene Verhinderung von Mutationen ist ein Merkmal aller Lebewesen. Mutation ist somit keine „Säule“ in biologischen Vorgängen, vielleicht ist sie die Säule einer Theorie, dann aber wohl einer falschen Theorie.

••  Durch die Verhinderung von Mutationen ergibt sich die auffällige Konstanz der Arten. Variantenreichtum innerhalb der Art zeigt an, wie groß der Genpool ist. Gesunde Varianten entstehen durch Rekombination in der MeioseAus diploiden Körperzellen entstehen haploide Samen- oder Eizellen. Die Samenzellen eines Mannes sind genetisch alle verschieden, ebenso die Eizellen einer Frau. und bei der Verschmelzung von Samen- und Eizelle.

••  Dennoch nimmt die Zahl der Gendefekte mit jeder Generation zu (vgl. SanderJohn C. Sanford: Genetic entropy & the mystery of the genome. Canandaigua, NY: FMS, 2014). Die Konstanz der Arten ist gegeben, aber die Qualität des genetischen Materials der biologischen Lebewesen verändert sich, wenn sie sich verändert, nur in eine Richtung: degenerativ. Das ist in völliger Übereinstimmung mit den Implikationen des 2. Hauptsatzes der Thermodynamik, siehe die Seite Entropie. Mukoviszidose, Phenyketonurie, Muskeldystrophie, Neurofibromatose, Chorea Huntington etc. sind also Erscheinungen, an denen frühe Menschengenerationen nicht zu leiden hatten.


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