Wundersames: Pottwale 

Pottwale sind bis zu 20 Meter lange Säugetiere der Meere. Kein Tier hat ein größeres Gehirn. Es ist 7-mal größer als das menschliche Gehirn. Die Pottwale sind sehr intelligent, haben ein komplexes Sozialleben und besitzen überragende Kommunikationsfähigkeiten.

••  RechtsAbbildung aus: D. R. Carrier, S. M. Deban & J. Otterstrom (2002). The face that sank the Essex: Potential function of the spermaceti organ in aggression. The Journal of Experimental Biology, 205, S. 1755–1763. im Bild sieht man die anatomische Ansicht eines Pottwalschädels. Das Gehirn ist vollkommen von Knochen umschlossen, ist hier aber nicht sichtbar, weil es hinter der aufrechten Knochenwand liegt. Diese Knochenwand ist wie ein Parabolspiegel gerundet. Über dem Oberkiefer, in einer knöchernen Rinne, befinden sich zwei Container übereinander. Der untere Container weist eine kammerartige Strukturierung auf. Die Container reichen bis zum Vorderende des Kopfes und enthalten mehrere TonnenDas Gewicht dieser Öle entspricht in der Regel etwa einem Viertel des Körpergewichts eines Wales! einer wachsartigen, öligen Substanz. Die Substanzen im oberen und unteren Container sind verschieden. Um der Substanz im oberen Container willen wurde der Pottwal früher gejagt: Sie brennt sauberer als Kerzenwachs und wurde gern in Leuchtern verwendet oder als medizinisches Öl vermarktet.

Der Pottwal produziert kurze Klicke, mit denen er sich mit Artgenossen verständigen kann. Mit diesen Klicks in moderater Lautstärke kann der Pottwal auch seine unmittelbare Umgebung abtasten wie ein Echolot. In großer Tiefe, wo es dunkel ist, jagt der Pottwal vermutlich per Schallortung. Die Klicke können bei Bedarf sehr laut sein, bis zu etwa 230 dB Schalldruck. Ein Gewehrschuss in 1 m Entfernung erzeugt 130 dB Schalldruck. Die Pottwalklicke können also um den Faktor 2 100 dB6,02 dB = 100115 lauter sein. Die lauten Klicke der Pottwale sind eine effektive Abwehr gegen Feinde wie z. B. Orcas. Menschliche Taucher, die solchen Klicks kurzzeitig ausgesetzt waren, haben augenblicklich ihr Trommelfell verloren und Lähmungen erlitten.

••  Die Wissenschaftler verstehen die Vorgänge der Lautbildung bei Pottwalen nur unzureichend. Man stellt sich Folgendes vor: Ganz vorne im Kopf, unweit des Atemlochs (BI), gibt es Lippen (Mo), dahinter ein Luftpolster (Di), siehe die AbbildungAbbildung aus: F. Caruso , V. Sciacca, G. Bellia, E. De Domenico, G. Larosa, E. Papale, et al. (2015) Size distribution of sperm whales acoustically identified during long term deep-sea monitoring in the Ionian Sea. PLoS ONE, 10(12). rechts. Die blauen Kanäle führen die Luft vom Atemloch bis in die Lungen (nicht dargestellt). Die blauen Kanäle verlaufen nicht symmetrisch! Der rechte Luftkanal (Rn) liegt eher mittig und leitet die Luft zu den Lippen, der linke Luftkanal (Ln) führt die zur Lautbildung benutzte Luft wieder zurück. Direkt vor der senkrechten, parabolförmigen Schädelwand gibt es ein Luftpolster (Fr). Bei der Phonation wird das Klickgeräusch von den Lippen durch die wachsartige Flüssigkeit des oberen Containers schädelwärts zum Parabolspiegel geleitet, dort reflektiert und fokussiert. Das Luftpolster vor der parabolförmigen Schädelwand spielt dabei eine Rolle. Das reflektierte Schallsignal wird durch den unteren Container wieder nach vorn geschickt und dabei modifiziert. Die Kompartmentalisierung des unteren Containers wirkt vermutlich wie eine Serie von akustischen Linsen. Der Schall verlässt vorn in der Mitte des Kopfes den Pottwahl, gerichtet wie eine Kanone.

••  Die ölige Flüssigkeit in den beiden Containern ändert seine Konsistenz temperaturabhängig. Sie scheint zu gelieren, fester und dichter zu werden, wenn die Temperatur sinkt. Damit kann der Pottwal gut im Wasser schweben und hat geringeren Auftrieb, wenn er in tiefe, kalte Regionen taucht. Auch diese Zusammenhänge sind kaum erforscht. Der große Vorderteil des Kopfes dient auch als Rammbock. Es scheint möglich, dass Pottwale mit ihrem Kopf hart stoßen, ohne Schäden, Schmerzen oder Verletzungen bei sich selbst hervorzurufen.

••  Ungeachtet der Tatsache, dass in der empirischen Biologie bisher nicht ein einziges Gen irgendwo neu entstanden ist, aber Millionen schädlicher Mutationen, die die Informationen auf Genen zerstören, kann man sicher sagen, dass hier beim Pottwal mit einem einzigen neuen Gen nichts geholfen wäre. Ein zufällig entstandenes Gen, das Teil einer neuen Drüse ist, benötigt sehr viele weitere Gene, damit tatsächlich eine funktionierende Drüse entsteht. Diese Drüse müsste einen gewebeartigen Container füllen, mit einer Substanz, die phänomelale akustische Eigenschaften besitzt. Diese eine Drüse nützt aber nichts ohne eine weitere Drüse für einen zweiten Container mit einer Flüssigkeit mit wieder ganz anderen Eigenschaften. Lange Luftführungskanäle braucht man auch, Luftpolster an verschiedenen Stellen, eine parabolartige Knochenwand, einen einzigartigen Schallerzeugungsmechanismus etc. Nur wenn alle diese Komponenten zugleich vorhanden sind, machen sie Sinn. Dazu wären Tausende Gene erforderlich, genial aufeinander abgestimmt. Dass der Zufall so etwas instantan hervorgebracht haben sollte, kann kein intelligenter Mensch glauben und dürfte kein intelligenter Mensch behaupten. Der Verweis auf die „Evolutionssäulen“ Mutation und Selektion ist am Beispiel der Lautbildungsorgane des Pottwals leicht als absurde Idee entzaubert.

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