| Darwin beobachtete, dass Tiere sich innerhalb weniger Generationen äußerlich geringfügig verändern können. Er meinte, wenn ausreichend viele solcher kleinen Veränderungen erfolgt sind, würde auf diese Weise eine neue Art hervorgehen. |
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| •• | Was Darwin beobachtete, war keine evolutionsrelevante Veränderung des Erbgutes, sondern normale Merkmalsvielfalt innerhalb einer Art. Diese Vielfalt ergibt sich daraus, dass alle Pflanzen und Tiere doppelte (diploide) Genausstattung haben. Nur eines von beiden Genen wird in einem Individuum in der Regel als Merkmal ausgebildet. Das andere wird aber dennoch vererbt und kann in einer späteren Generation zur Ausprägung kommen. Den Vorgang der Kombination väterlicher und mütterlicher Gene in einem neuen Individuum nennt man Rekombination. Es ist möglich, dass sich eine langsame Anpassung von Lebewesen an ihre Umwelt vollzieht, gesteuert durch Selektion, aber sie beruht nicht auf genetischen Veränderungen, sondern auf diesem Überangebot an genetischer Information in einer Population. Die Anpassungsmöglichkeiten sind aber begrenzt: Die Artgrenzen sind unüberwindlich. |
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| •• | Die Merkmalsvielfalt innerhalb einer Art, die auf dem Überangebot fertiger genetischer Information innerhalb einer Population beruht, kann man züchterisch nutzen: In einem Wurf Hundewelpen gibt es vielleicht einen Welpen mit besonders dunklem Fell. Wenn dieses Tier mit einem anderen ebenfalls dunklen Hund gepaart wird, werden deren Nachkommen alle oder fast alle dunkles Fell haben. So züchtet man Rassen. Es entsteht dabei nicht ein einziges neues Gen. Und wieder: Die Artgrenzen ist unüberwindlich. Man kann eben aus einem Hund keinen Tiger züchten.
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| •• | An Genen treten manchmal Veränderungen auf. Sie heißen Mutationen. Sie treten zufällig auf. Man kann die Wahrscheinlichkeit für Mutationen erhöhen, wie etwa durch Tabakrauchen oder durch starke elektromagnetische Strahlung, aber was konkret durch Mutation am Gen bewirkt wird, bleibt zufallsgesteuert. Man könnte erwarten, dass zufallsgesteuerte Veränderungen an einem hochkomplizierten funktionierenden System Nachteile mit sich bringen. Das ist auch so. Alle Mutationen sind Defektmutationen. Die Funktion des Gens wird zerstört, das vom Gen kodierte Protein wird nicht mehr produziert. Oft sind die defekten Gene zunächst rezessivMendel'sche Vererbungslehre: Ein rezessives Gen kommt nur dann zur Ausprägung, wenn beide Allele rezessiv sind. und werden zugunsten des gesunden AllelsAllele sind die korrespondierenden Abschnitte auf den beiden Chromosomen, die dasselbe Merkmal kodieren. Möglicherweise kommt nur eins der beiden Allele zu Ausprägung. ignoriert. Manchmal liest man, nur 99,9999 % aller Mutationen seien schädlich und in dem verbliebenen Bruchteil eines Prozents stecke der Schlüssel zur Aufwärtsentwicklung. Die vermeintlich nützlichen Mutationen sind aber dennoch für den mutierten Organismus ein Defekt, nur für den Menschen sind sie nützlich, z. B. bei den Zwergschafen, die nicht mehr so gut weglaufen können, oder bei den kernlosen Weintrauben, die man gerne isst, die aber unfruchtbar sind. |
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| •• | Darüber hinaus gibt es noch etwa drei Beispiele für den evolutiven Nutzen von Mutationen: der Birkenspanner in England (ist aber gar keine Mutante), die Sichelzellenanämie (auch eine Defektmutation, Beispiel ist aber für Laien schwer zu durchschauen) und die Penicillinresistenz bei Bakterien (wird im Folgenden erläutert): |
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| Unter 1 Million Bakterien gibt es möglicherweise einige, die von Natur aus gegen ein bestimmtes Antibiotikum resistent sind. Daraus wird schnell eine resistente Rasse – ganz ohne genetische Höherentwicklung. |
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| Es gibt auch Penicillinresistenz durch Mutation: Die Mutation beschädigt den „Pumpmotor“, der Substanzen aus der Umgebung des Bakteriums in den Bakterienkörper befördert. Ist dieser Motor beschädigt, gelangt weniger Bakteriengift Penicillin in den Bakterienkörper und das Bakterium überdauert Penicillingaben länger. Es ist wegen des Motordefektes aber zugleich schwach und anderen gesunden Bakterien unterlegen. Darum überlebt es nur in der künstlichen Umgebung einer Krankenhausintensivstation. Patienten mit anitbiotikumresistenten Bakterien in sich können diese Stämme erst los werden, nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen sind: In der freien Natur sind die beschädigten Bakterienstämme schnell von der gesunden Bakterienkonkurrenz verdrängt. |
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| •• | Es gibt also nicht einen Fall von Höherentwicklung durch Mutation. Das wäre auch die Überraschung schlechthin, da doch Mutationen keine neuen Informationen bereitstellen, sondern nur vorhandene Informationen zufällig ändern, genauer: sie zerstören. Es fehlt in allen Organismen dieser Erde ein Mechanismus, der neue Informationen hinzufügt und die Zahl der Gene vermehrt. |
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| •• | Zufallsgesteuerte Veränderungen an Genen treten recht häufig auf. Enzyme kontrollieren deshalb unablässig die Gene und reparieren Fehler und zufällige Veränderungen wie Alkylierungen, Oxidationen, fehlerhafte Replikationen etc.: Eine DNS-Glykosylase schneidet das beschädigte Segment der DNS heraus, eine DNS-Polymerase stellt das erforderliche Ersatzteil her, eine DNS-Ligase bindet das Ersatzteil in den DNS-Strang ein. Viele weitere Kontroll- und Reparaturmechanismen sind aktiv. Man muss sich fragen, wie durch Zufall ein so komplexes, aufwändiges System entstehen konnte, dass zufällige Änderungen tatsächlich systematisch unterbindet, nämlich die Mutationen, die gemäß Evolutionstheorie doch der notwendige Motor der Aufwärtsentwicklung sein sollen. Es ist offensichtlich, dass der zelluläre Reparaturmechanismus verhindern soll, dass Arten sich ändern. Die Konstanz der Arten ist in der Erdgeschichte belegt. |
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| •• | Trisomie 21Trisomie 21 ist eine Krankheit (Down-Syndrom), die dadurch verursacht wird, dass eine Mutation das 21. Gen dreifach statt zweifach hervorbringt. (beim Menschen) und AlloploidieAuch Allopolyploidie: Das Genom wird identisch vervielfacht und ggf. dann durch Kreuzung mit dem Chromosomensatz einer zweiten Pflanzenart kombiniert. (bei Gräsern) sind Beispiele für identische Chromosomenvervielfältigung. Es werden dabei Gene identisch kopiert, ein Vorgang, den jede Zelle beherrscht und unablässig ausführt (Zellteilung). Es ist kein Vorgang, der neue Gene erzeugt. Neue Gene sind nur dann neue Gene, wenn sie neue Informationen enthalten, Informationen, die es vorher nicht gab, Informationen, die von alleine, also durch Polykondensation – durch ungerichtete Zufallsvorgänge –, entstanden sein müssen. Genau diese Genneubildungen gibt es nicht. Nirgends. Dass sich funktionierende Chromosomen oder auch einzelne Gene auf einem Chromosom unter bestimmten Umständen identisch vervielfätigen (Genduplikation, Pseudoallele), setzt einen komplexen, nicht-zufallsgesteuerten zellulären Aktionsplan für die zielführende Verdoppelung voraus. Die Entstehung dieses genetisch fixierten Aktionsplans gilt es zu erklären. Mehr noch: Die Entstehung von Informationen auf dem Ausgangschromosom, das identisch verdoppelt werden kann, gilt es zuallererst zu erklären – Zufallsvorgänge versagen als Erklärung. Ganz sicher demonstrieren Trisomie 21, Alloploidie, nicht-homologe Cross-over Mutation, Genverdoppelung etc. nicht den für die Evolutionstheorie erforderlichen, zufallsgesteuerten Mechanismus zur Bereitstellung neuer genetischer Informationen. Wenn ein Mechanismus zur Informationsvermehrung in allen Organismen existieren würde, müsste man die Wahrscheinlichkeiten für das Auftreten neuer sinnvoller Gene berechnen wie auf der Seite Rechenaufgabe vorgeführt: Die Erfolgschancen, dass sich Gene durch Zufall selber bilden, in einem Vorgang, der Polykondensation heißt, sind gleich null. Es gibt also nur die Möglichkeit, dass bestehende Gene durch Mutationen verändert werden, was die Information in einem Organismus nie vermehrt, nicht um einen Deut, sondern sie in der Regel verringert. Jede Form der Genaktivierung oder Genabschaltung, die auf epigenetischer Steuerung, auf der Wirksamkeit nicht-Eiweiß-exprimierender Steuergene beruht, stellt für den Organismus keine Informationsvermehrung dar. Die zufallsgesteuerte Informationsvermehrung, die es nirgends gibt, ist die Voraussetzung, ohne die nichts geht in der Evolutionstheorie, die Conditio sine qua non einer Aufwärtsentwicklung. |
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Es gibt weit mehr genetische Variabilität als die, die auf dem Überangebot an Merkmalen einer Population aufgrund der diploiden Genausstattung beruht. Es gibt in jedem Organismus ein komplexes System, das in der Lage ist, Gene bei Bedarf einzuschalten oder abzuschalten. Die Wissenschaft, die sich mit diesem Phänomen beschäftigt, heißt Epigenetik. Das Altern des Körpers wäre solch ein Beispiel, wo einige Gene irreversibel abgeschaltet werden und andere eingeschaltet werden. Auch die Umwelt kann Auslöser sein, sodass mit einem Male Gene exprimiert werden, die vorher nicht in Funktion waren. Hier ist der Vorgang reversibel, jedenfalls im Laufe von ein paar Generationen. In der Natur gibt es viele Beispiele, dass sich Tierarten aufgrund von Umweltanforderungen verändern, beispielsweise bilden manche Tiere in kalten Wintern ein besonders dickes Fell aus. Die Erbanlagen dafür müssen schon da sein. Manchmal gibt es Anpassungen innerhalb weniger Generationen (Guppy, TeufelskärpflingIm Englischen heißt der Fisch pupfish, die zugehörigen Experimente waren in Amerika im „Tal des Todes“ angesiedelt., Bakterien, Darwinfinken). Die Zeiträume sind hier zu kurz, als dass Mutation und Selektion wirksam werden könnten. Die Änderungen beruhen darum auf den eingebauten Anlagen zur Adaption: Es sind epigenetische Anpassungen. Sie werden in der klassischen Evolutionsbiologie nach wie vor gerne fehlgedeutet als Beispiele von „tätiger Evolution“. |
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| •• | Rassen bildende Veränderungen innerhalb einer Art werden manchmal als Mikroevolution bezeichnet, ein irreführender Begriff. Die Mikroevolution gibt es. Sie beruht auf dem (diploiden) Überangebot von fertigen Merkmalen in einer Population. Die Mikroevolution hat nichts mit der universellen Evolutionstheorie, der Theorie von der Selbstorganisation und artüberschreitenden Selbstverbesserung biologischer Systeme zu tun. Diese universelle Evolution gibt es nicht, weder auf theoretischer Grundlage noch auf empirischer. Die theoretischen Grundlagen ( Die Mikroevolution produziert keine neuen Gene. Es ist darum unmöglich zu behaupten, dass Mikroevolution so etwas wie eine Vorstufe zur Evolution sei. Mikroevolution geschieht, ohne dass irgendwelche Gene durch Zufälle neu entstanden wären. Es werden vielmehr fertige Gene benutzt, die vorher nicht sichtbar waren. Diese verborgenen genetischen Informationen gehören zum Genpool einer jeden Art. Man kann Äpfel in allen Varianten und Geschmacksrichtungen züchten, genauso Hunde oder Pferde ganz nach Belieben. Jede der zahllosen Varianten basiert auf perfekt funktionierenden Genen, die fertig, aber bisher ungebraucht, in den Individuen schlummerten. Mutation und Selektion sind ungeeignet zu erklären, wie in den Arten ein Überangebot von Genen entstehen konnte, von denen die meisten bisher noch nie in Erscheinung getreten sind. Man muss sehr hartnäckig sein, wenn man Gott als Schöpfer hier nicht sehen will. |
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➤ etwas mehr über Mutation und Selektion |
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| ➤ weiter zur Conclusio |